LITERARISCHER OZEAN "DREI FRAUEN"

LITERARISCHER OZEAN "DREI FRAUEN"

Drei Frauen – drei Metropolen – ein Text. Eine Lyrikerin, eine der Frauen lebt in Romanwelten und eine Erzählerin. Ihr Leben in der Literatur, ihr lebendig sein, ist das Schreiben, ist die künstlerische Gestaltung und Erschaffung literarischer Text-Welten: Gedichte, Romane, Erzählungen. SYLVIA PLATH, New York – YULIA GHEZZI, Mailand – VIRGINIA WOOLF, London. Mit dem Titel: ‚Trans-Atlantik-Trilogie‘ bringen wir den literarischen Text ihres Lebens mit Sprache, Stimme und Melodie, Klang und Konzertflügel auf die Bühne.  

SYLVIA PLATH schreibt Wege durch die Schluchten der Wolkenkratzer, vorüber am blendend hellen Glanz im Lack der Limousinen, dem Dunst verrauchter Bars und Clubs, entlang am Neonleuchten der Hochglanz-Magazine einer Welt der illustrierten Medien und Mode, sehnt sie sich hinein in ein nächtliches Himmelblau der Sterne und Ewigkeit, formen ihre lyrischen Texte ein Bitterblue der terra romantica, einen „…Schlaf weit fort, weit fort…“  

Für YULIA GHEZZI ist das Leben ein Roman, ein Empfinden selbstbewusst im literarischen Raum der Schrift und des Textes zu sein, ist ihr Roman ein Palais d’Amorph des Poetischen, ist sie der Grund im Empfinden im Auftauchen eines Tagebuchs der Farben aus einem Meer Pazifik und der Ozeane Südpark eines Sees, so gelb La Ginestra il Fiore del Deserto, schreibt sie jene Miniatur der Sonne der Hälfte der Himmel nachtblauer atlantischer Kontinente unter einem Dunkel der Tage, wählt sie Wege durch Gräser im Schatten aufblühender Narzissen, diesen Duft in ihrer Erinnerung zu vergessen, am Rande Palmblätter versinkender Klänge der Kathedralen, hinein in ein Inneres der Stille, dahinter hochgebaut ein Gemäuer im Grunde des Bildes, wählt sie Wege weiter am Rande des Atems der Orte der Pfade alpiner Gebirge der Bibliothek des Vergessens, treibt eine Luft der See die junge Frau zu Wellen der Worte aufgefächert geblätterter Buchseiten, schreibt ihre Schrift hervor das Flüchtige des Poetischen, streifen ihre schmalen Finger wechselnde Bewegungen der Farben verhangener Formungen, Fantasien des Summens der Insekten im schwachen Schein eines Lichts, im Schimmer von Silhouetten außerhalb ihres Romans, sind es Spiegelbilder von Theaterkulissen aller Theologien und Concertos romanzo armonia… 

Für VIRGINIA WOOLF hat das erzählende Schreiben einen einzigen wesentlichen Grund: ‚Es ist nur Wert gesagt zu werden, was wir empfinden.‘ So als wären unsere erzählenden Worte Sommerabende auf ein Blau unserer Einsamkeit geschrieben, strömen Träume der Unruhe eine Verführung zur Schwäche und ein Strich grelles Gelb in unseren Schlaf. Wir bewegen uns hinter Masken, auf ausgetretenen Pfaden eines äußeren und inneren Vakuums, eines Stillstandes, aus dem wir heraustreten sollten. Aber weder ihr literarisches Personal noch die Erzählerin selbst schaffen dies. Sie verharren dann doch zwischen den Akten des Unbehagens an ihrer Alltagsexistenz oder einem möglichen Ausbruch. Dieser Zustand zwischen einem Aufbruch und dem Stillstand ist Symbol ihres Lebens im literarischen Raum. Virginia Woolf gab ihm die Buch-Titel: 'Voyage Out', 'Night and Day', 'The Waves', 'Die Jahre', 'To the Lighthouse' oder auch 'Between the Acts'/'Zwischen den Akten'. 

BIRGITTA ASSHEUER gibt dem Text der drei Frauen Sprache und Stimme, ELVIRA PLENAR spielt am Konzertflügel seinen Klang und Melodie.
Dramaturgie und Moderation: BERTHOLD DIRNFELLNER.

So
04.10.2026
19:00 Uhr
Neues Theater Saal
Emmerich-Josef-Straße 46a
Frankfurt a.M. Höchst
ab 0,00